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SK2 Apnoe Seminar

Apnoe Wochenende vom 12-14 Juli

Ein Artikel von Otto Fütterer

Apnoe oder Freitauchen ist die älteste Tauchsportart überhaupt. “Frei” heißt Tauchen ohne technische Hilfsmittel. “Apnoe” ist das willkürliche Anhalten des Atems.

Der spielerisch-sportliche Charakter steht im Vordergrund; die Freude an kleinen Steigerungen im Können und in Ausdauer bildet die Motivation. Der Mensch steht im Vordergrund – der Apnoetaucher gewinnt Freude an seinen Fähigkeiten und hat Spaß an der Umwelt, die er auf die ursprüngliche Art genießen lernt.

 

Am zweiten Wochenende im Juli 2019 fand wieder  ein Spezialkurs 2 Apnoe am Murner See statt. Zugleich wurden Abnahmen für Ein- bis Vierstern angeboten. Ausrichter war der Tauchclub Ratisbona mit Organisator Maik Heller und seinem Team. 

 

Das Seminar startete am Freitag mit einem zweistündigen Theorieunterricht zu Apnoe-relevanten Themen wie  Atmung, Funktion der Lunge und Druckausgleich sowie richtiges Abtauchen und ökonomisches Bewegen unter Wasser. Zudem wurden diverse Wirkungen und Einflüsse besprochen, die das Apnoe-Tauchen sowohl für die taucherischen Fähigkeiten als auch für Geist und Seele mit sich bringt. Ergänzend hierzu gab es am Samstag eine Theorieeinheit zu Ausrüstung und Sicherheitsregeln.

 

Sicherheit beim Apnoe hat höchsten Stellenwert; die Problematiken zur Hyperventilation, zu Blackout-Gefahren und die mögliche Deko-Problematik sollten Apnoe-Taucher kennen.  Zu den wichtigsten Regeln gehört es, die eigenen Limits zu akzeptieren und nie ohne Buddy zu tauchen. Auf routiniertes Sichern des Tauchpartners im Buddy-Team und das Retten eines verunfallten Tauchers wurde daher im Training entsprechend großen Wert gelegt und jeder der Kursteilnehmer in unserem Team hatte viel Gelegenheit, dies zu üben. Dabei kommt man ganz schön “ausser Puste”, wenn man jemanden aus 8 -10 Meter Tiefe mit Vollgas an die Oberfläche bugsieren und dabei auch noch die korrekte Position zum Seil halten soll und der Tauchlehrer zufrieden ist mit der gezeigten Übung. Immer wieder diese Übung zu wiederholen, hilft dabei, diese Fertigkeit zu perfektionieren.

Beim entspannten Abgleiten in die Tiefe wird man immer wieder positiv davon überrascht, wie lange und in welche Tiefe man gelangen kann: “Hinunter auf 15 Meter und an der Grundplatte innehalten und sich umschauen” ist durchaus machbar, ehe man mit den ersten Flossenschlägen wieder das erste Stück Richtung Oberflaeche steuert und danach die weiteren Meter durch den eigenen Auftrieb bis zur Wasseroberflaeche bewaeltigt. Wenn dabei das Zwerchfell ein  bisschen “zuckt”, ist nicht weiter tragisch.

    

Die Fähigkeit, lange die Luft anhalten zu können, fängt schon im Kopf an: Yoga, Stretching und Atemtechnik mit Heike und Meditation zur Konzentration und Fokussierung ganz auf sich selbst und auf das “Hier und Jetzt” mit Stephan am frühen Morgen lassen den Trainingstag starten. Das mentale Training ist die perfekte Vorbereitung und der Einstieg  für das, was dann in der jeweiligen Wassereinheit geübt wird. 

Unser Tauchteam (Wolfgang, Elof, Tim, Basti, Otto, Maximilian) beginnt den praktischen Teil des Seminars mit Atemübungen; Ausatmen und im ausgeatmeten Zustand den Kopf unter Wasser halten. Team Heike (Karo, Sylvia, Markus und Steffen) geht direkt zur Tieftauchboje, ebenso wie Team Stephan (Leonel, Werner, Bernd B und Christian). Team Günther und Peter (Ralf, Malte, Manfred und Lisa) und Team Maik (Florian, Ignatius, David und Bernd F) starten mit Zeittauchen und dem Streckentauch Parcour – der souverän von Mike und Paul betreut wurde.

Weiter gehts mit Tieftauchen bis 15 Meter (diese Tiefe galt für unser Team , natürlich geht es auch noch tiefer). Schließlich war noch das Streckentauchen in 2 und 5 Meter Tiefe und auf 25 und 40 Meter Länge Teil der Übungen. Schon sehr bald stellt man fest, dass zwei Minuten und mehr atemlose Stille unter Wasser kein Problem mehr sind.

 

Aller Anfang ist schwer, auch beim Apnoe;  aber mit so einem tollen Tauchteam fällt es dann doch leichter als gedacht, die Übungen erfolgreich zu absolvieren. 

 

Angefangen mit der perfekten Organisation des Seminars ( Seminarraum und dessen technische Ausstattung, Unterrichtsmaterialien und Equipment wie Bojen, Seile, Blei   etc.), der Koordination der insgesamt 20 Teilnehmer (Aufteilung und Zusammensetzung der Tauch- Teams) bis zum zeitlichen Ablauf des gesamten Seminars hat alles bestens geklappt. Es war sowohl für die Theroie als auch die Praxis genügend Zeit vorhanden und auch das Socializing kam nicht zu kurz. Trotz phasenweise sehr intensiven Regenschauern wurden Ablauf und Spass beim Training nicht berührt; das Apnoe-Tauchen ist so zum ganzheitlichen Wassersport geworden. 

 

Einige Teilnehmer konnten in ihren verschiedenen Leistungsstufen ihre Brevetierung abschließen und so das Wochenende mit Erfolg krönen.

 

Alles in allem war es ein gelungenes Wochenende mit neuen Erfahrungen und Erkenntnissen und der ein oder anderen sehr positive Überraschung sowohl für das Team als auch für manche Teilnehmer selbst über die Leistungsfähigkeit und das Erreichbare in diesem Sport . Auf jeden Fall ist so ein Trainingswochenende eine Wiederholung wert, entweder um seine Brevetierung abzuschließen wie bei mir oder um die nächste Stufe zu erreichen oder auch nur, um ein intensives Apnoe-Tauchen bei bester Betreuung zu erleben.